<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Interview Archive | René Andritsch</title>
	<atom:link href="https://reneandritsch.com/category/interview/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://reneandritsch.com/category/interview</link>
	<description>Grafikdesign, Editorial Design, Motion Design, InDesign Training Wien</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Jun 2025 16:48:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>
	<item>
		<title>Frauen im Type-Design</title>
		<link>https://reneandritsch.com/frauen-im-type-design</link>
					<comments>https://reneandritsch.com/frauen-im-type-design#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Andritsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 17:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Adobe Community Expert]]></category>
		<category><![CDATA[Fonts]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reneandritsch.com/?p=1509</guid>

					<description><![CDATA[<p>Diesen Artikel durfte ich für die zweite Ausgabe der Graphischen Revue 2021 schreiben. Im Speziellen widmet sich der Artikel den Type-Designerinnen, denn wie in vielen Gebieten der Gesellschaft sind Frauen leider auch im Bereich der digitalen Schriftgestaltung immer noch unterrepräsentiert. Und das, obwohl gerade Designerinnen zu den Pionierinnen auf diesem Gebiet zählen. Willkommen zu Frauen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://reneandritsch.com/frauen-im-type-design">Frauen im Type-Design</a> erschien zuerst auf <a href="https://reneandritsch.com">René Andritsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Diesen Artikel durfte ich für die zweite Ausgabe der Graphischen Revue 2021 schreiben. Im Speziellen widmet sich der Artikel den Type-Designerinnen, denn wie in vielen Gebieten der Gesellschaft sind Frauen leider auch im Bereich der digitalen Schriftgestaltung immer noch unterrepräsentiert. Und das, obwohl gerade Designerinnen zu den Pionierinnen auf diesem Gebiet zählen. Willkommen zu Frauen im Type-Design.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die (neue) Welt der digitalen Schriftgestaltung</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/02-Fairplex-Licko.jpg" alt="Suzana Licko mit ihrem  Schriftentwurf Mrs. Eaves" class="wp-image-1511" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/02-Fairplex-Licko.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/02-Fairplex-Licko-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/02-Fairplex-Licko-768x255.jpg 768w" sizes="(max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Zuzana Licko und ihr Entwurf »Fairplex«. Das Beitragsbild zeigt die Schrift »Mrs Eaves«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rede ist von&nbsp;<em>Zuzana Licko</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Carol Twombly</em>&nbsp;(USA). Zuzana Licko ist einerseits bekannt durch die gemeinsame Gründung des Design-Magazins Emigre mit Rudy VanderLans Ende der 1980er-Jahre, andererseits durch die digitalen Schriften, die sie zu entwickeln begann, weil sie mit der limitierten Anzahl an verfügbaren Fonts auf frühen Apple-Computern unzufrieden war. Das Magazin Emigre wurde im Jahr 2005 eingestellt, aber die gleichnamige »Schriftschmiede«&nbsp;<a href="https://www.emigre.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.emigre.com</a>&nbsp;gibt es nach wie vor. Sie ist Vertriebsweg für zahlreiche Schriftgestalterinnen und -gestalter sowie für Zuzana Lickos eigene Schriften (z. B. Fairplex, Filosofia, Mrs. und Mr. Eaves). Carol Twombly, die auch bei Adobe arbeitete, entwarf die ersten drei Display-Schriften im »Adobe Originals«-Programm: Charlemagne, Lithos und Trajan. Die Schrift Myriad, die vielen Leserinnen und Lesern bekannt sein dürfte, gestaltete sie in Zusammenarbeit mit Robert Slimbach.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Argentinien nach Deutschland</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/03-Confiteria-Matas.jpg" alt="Sol Matas und der Schriftentwurf »Confitería«" class="wp-image-1513" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/03-Confiteria-Matas.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/03-Confiteria-Matas-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/03-Confiteria-Matas-768x255.jpg 768w" sizes="(max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Sol Matas und der Schriftentwurf »Confitería«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sprung in den Süden bringt uns zu&nbsp;<em>Sol Matas</em>. Sie studierte Grafikdesign und Schriftgestaltung in Buenos Aires, Argentinien. Ihre Erfahrung aus dem Masterstudium war, dass gut zwei Drittel der Studierenden weiblich waren. Ihrer Meinung nach entsteht die geringere Sichtbarkeit von Frauen erst im Berufsleben, weil sie im Vergleich zu Männern zurückgezogener arbeiten. Dieser Umstand hat sich in den letzten Jahren jedoch gewandelt. Das führt sie unter anderem auf die Gründung des losen Netzwerks&nbsp;<a href="https://www.alphabettes.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alphabettes.org</a>&nbsp;zurück, das zum aktuellen Zeitpunkt 255 Type-Designerinnen zählt. Sol Matas kennt viele Type-Designerinnen, die in Schriftgestaltungsbüros arbeiten, sie möchte jedoch gerne noch mehr von ihnen in leitenden Positionen sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben ihrer Arbeit für Google Fonts ist sie am liebsten in Kooperationen und für direkte Auftraggeber tätig. Nach zahlreichen Besuchen in Berlin fand sie heraus, dass es dort eine sehr lebendige Typografie-Szene gibt, und das bewegte sie dazu, über den Großen Teich nach Berlin zu ziehen. Sie schloss ihr Studio in Buenos Aires und widmete sich fortan ausschließlich dem&nbsp;<a href="http://www.solmatas.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Type-Design</a>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/04-Chamber-Gerlach.jpg" alt="Verena Gerlach mit dem Schriftentwurf »FF Chamber Sans«" class="wp-image-1515" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/04-Chamber-Gerlach.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/04-Chamber-Gerlach-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/04-Chamber-Gerlach-768x255.jpg 768w" sizes="(max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Verena Gerlach mit dem Schriftentwurf »FF Chamber Sans«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein langjähriges Mitglied der Berliner Typo-Szene ist Verena Gerlach. Sie arbeitet dort seit 1998 in ihrem <a href="https://www.fraugerlach.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Designstudio</a>, das sich mit Buch- und Schriftgestaltung sowie Typografie beschäftigt. Seit 2003 unterrichtet sie die beiden letztgenannten Bereiche in Vorträgen und Workshops rund um den Globus. 2014 nahm sie an einem »Artist in Residence«-Projekt des Goethe-Instituts im südindischen Bangalore teil. Mit einer Gruppe von unterprivilegierten jungen Frauen entstand ein Projekt für die indische Textilindustrie. Das unterstreicht auch Frau Gerlachs politisches Engagement für die Gleichberechtigung der Frau in unserer modernen Gesellschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/05-tinnes.jpg" alt="Schriftmusterblätter von Andrea Tinnes" class="wp-image-1516" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/05-tinnes.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/05-tinnes-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/05-tinnes-768x255.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>



<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Schriftmusterblätter von Andrea Tinnes</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Andrea Tinnes,</em>&nbsp;ebenfalls in Berlin tätig, ist Designerin und eine der wenigen Professorinnen für Schrift in Deutschland. Sie publiziert und vermarktet ihre Schriften über ihr Label&nbsp;<a href="https://www.typecuts.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">typecuts.com</a>. Auf die Frage, warum es ihrer Ansicht nach weniger Frauen als Männer im Type-Design gibt, antwortet Andrea Tinnes: »Seit Jahren ist zu beobachten, dass sich das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Schriftgestaltern kontinuierlich wandelt und bedeutende Fortschritte macht: Tatsächlich praktizieren und forschen mehr und mehr Gestalterinnen in den Bereichen Schrift und Typografie und erfahren zudem auch eine zunehmende Sichtbarkeit und Repräsentanz in der Öffentlichkeit.&nbsp;<br>Bestärkt wird dieser Wandel durch Forderungen nach einer noch weitaus diverseren Disziplin mit mehr Teilhabe von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color; Anm. des Autors) und einer grundsätzlichen emanzipatorischeren Praxis in einer zuvor männerdominierten Community. In diesem Prozess spielen internationale Netzwerke, Austauschplattformen und Kollaborationen von und mit Frauen eine zentrale Rolle.«</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/06-gesine.jpg" alt="Gesine Todts Schriftentwurf »Big Shot«" class="wp-image-1517" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/06-gesine.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/06-gesine-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/06-gesine-768x255.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>



<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Gesine Todts Schriftentwurf »Big Shot«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ortsansässige Kollegin von Sol Matas ist&nbsp;<em>Gesine Todt,</em>&nbsp;die gemeinsam mit ihren Kolleginnen Beate Bolte und Juliane Strehmann das Designbüro&nbsp;<a href="https://www.minkadu.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">minkadu.de</a>&nbsp;leitet. Nach der Absolvierung des Master-Studiums für Typeface-Design an der University of Reading in England ist sie in ihrer Position vorwiegend für Schriftgestaltung und Lettering zuständig. Manche ihrer Schriften kann man bei Google Fonts finden. Sie glaubt, dass vielen Frauen die öffentliche Aufmerksamkeit einfach unangenehm ist, die einem widerfährt, wenn man die Ausnahme in einem Beruf ist: »Zum Glück haben Frauen aber gelernt, dass diese Aufmerksamkeit weniger ins Gewicht fällt, wenn man sich zusammen organisiert und Netzwerke bildet, wie zum Beispiel die Alphabettes.«</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alles eine Frage der Biologie?</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/07-Blixen-Rask.jpg" alt="Trine Rask und die Schrift »Blixen«" class="wp-image-1520" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/07-Blixen-Rask.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/07-Blixen-Rask-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/07-Blixen-Rask-768x255.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Trine Rask und die Schrift »Blixen«</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Trine Rask</em>&nbsp;(<a href="https://trinerask.dk/">trinerask.dk</a>) aus Dänemark kommentiert die Frage nach der Unterrepräsentation von Frauen im Type-Design damit, dass sie nie zwischen Männern und Frauen im Sinne von Vorbildern unterschieden hat, um ihrer Leidenschaft als Schriftgestalterin zu folgen. Beobachtungen, die sie während ihrer Laufbahn und durch das Unterrichten gemacht hat, lauten: »Type-Design ist eine komplexe Angelegenheit und erfordert viele verschiedene Fähigkeiten. Männer scheinen selbstbewusster bei Aufgaben zu sein, die sie noch nicht beherrschen. Außerdem sind sie gut darin, sich zu vernetzen. Sie erlauben sich selbst, mehr Zeit in etwas zu investieren, und bringen eher Opfer, um ein Ziel zu erreichen. Manche sind auch bereit dazu, zu bluffen oder zu glauben, dass sie etwas beherrschen, wenn es um Geschäftsmöglichkeiten geht. Ich weiß nicht, ob diese Charakteristika kulturell oder biologisch bedingt sind oder einfach nur schlaues Verhalten – aber ich habe es beobachtet.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele ihrer Kolleginnen (darunter Linda Hintz, Clara Jullien Isaksson, Sofie Beier, Nina Lee Storm, Heidi Rand Sørensen und Cecilie Kirkeskov Knudsen) erachtet sie als sehr gewandt, doch würden sie sich mehr auf die fachliche als die wirtschaftliche Komponente der Schriftgestaltung konzentrieren. Das schlage sich wahrscheinlich auch in der Sichtbarkeit nieder, meint sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Type-Design aus einem anderen Kulturbereich</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="300" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/08-alexandra.jpg" alt="Alexandra Korolkovas Schriftentwurf »Circe Slab Italic«" class="wp-image-1521" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/08-alexandra.jpg 905w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/08-alexandra-300x99.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/08-alexandra-768x255.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 905px) 100vw, 905px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Alexandra Korolkovas Schriftentwurf »Circe Slab Italic«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Schriftgestalterin&nbsp;<a href="http://www.nicetype.ru/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Alexandra Korolkova</em></a>&nbsp;sieht eine sehr positive Entwicklung: »Kyrillisches Type-Design ist überhaupt nicht von Männern dominiert. Es gibt ungefähr dieselbe Anzahl von russischsprechenden Frauen und Männern unter den Schriftgestaltern (wenn nicht sogar mehr). Ich weiß nicht, ob es sich um eine statistische Abweichung oder andere Mentalität handelt, aber wenn wir nur über kyrillisches Type-Design sprechen, sehe ich sehr gute Bedingungen für Frauen in diesem Feld. Eine der drei großen russischen Type-Designer Mitte des 20. Jahrhunderts war Galina Bannikova (1901–1972). Und auch in der jüngeren kyrillischen Schriftgeschichte gibt es zahlreiche Frauen, die neue Generationen von Type-Designerinnen inspiriert haben.« Alexandra Korolkova hat übrigens nach Carol Twombly als erst zweite Frau und dazu erste Russin den Prix Charles Peignot erhalten (ein renommierter Preis für Designer unter 35 Jahren, die Besonderes in der Entwicklung von Schriftarten geleistet haben; Anm. des Autors).</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="186" height="330" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/09-book.jpg" alt="Buch »How many female type designers do you know?«" class="wp-image-1522" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/09-book.jpg 186w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/09-book-169x300.jpg 169w" sizes="auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2020 wurde von&nbsp;<em>Julia Popova</em>&nbsp;ein Buch veröffentlicht, das die Arbeit von Frauen im Type-Design würdigt:&nbsp;<em>Onomatopee 184 – How many female type designers do you know? I know many and talked to some!</em>&nbsp;Die weibliche Type-Design-Community wächst also stark, und es ist schön zu sehen, dass ein einst männlich dominiertes Berufsfeld sich auf dem Weg zur geschlechtlichen Ausgeglichenheit befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Typequality:&nbsp;<a href="http://typequality.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">typequality.com</a></li>



<li>Victoria Rushton:&nbsp;<a href="http://www.victoriarushton.com/fonts-by-women" target="_blank" rel="noreferrer noopener">victoriarushton.com/fonts-by-women</a></li>



<li>Badass Library Fonts by Womxn:&nbsp;<a href="https://www.design-research.be/by-womxn/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">design-research.be/by-womxn</a></li>



<li>Femme Type:&nbsp;<a href="http://femme-type.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">femme-type.com</a></li>



<li>Alphabettes:&nbsp;<a href="http://www.alphabettes.org/about/all-alphabettes/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.alphabettes.org/about/all-alphabettes/</a></li>



<li>Fonts In Use:&nbsp;<a href="https://fontsinuse.com/sets/5247/women-type-designers" target="_blank" rel="noreferrer noopener">fontsinuse.com/sets/5247/women-typedesigners</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://reneandritsch.com/frauen-im-type-design">Frauen im Type-Design</a> erschien zuerst auf <a href="https://reneandritsch.com">René Andritsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://reneandritsch.com/frauen-im-type-design/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buch heute – das andere Buchgespräch</title>
		<link>https://reneandritsch.com/buch-heute-das-andere-buchgespraech</link>
					<comments>https://reneandritsch.com/buch-heute-das-andere-buchgespraech#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Andritsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 10:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Adobe Community Expert]]></category>
		<category><![CDATA[Typografie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://reneandritsch.com/?p=1693</guid>

					<description><![CDATA[<p>Uta Schneider ist Lehrende, Künstlerin, Gestalterin und Kuratorin. Sie war elf Jahre lang in der Geschäftsführung der Stiftung Buchkunst in Deutschland. Diesen Juli trafen wir einander zu einem Online-Interview, um das Thema Buch eingehender zu beleuchten. Das von mir geführte Interview wurde in Ausgabe 4/2020 der Graphischen Revue abgedruckt. Ich freue mich, es Ihnen auch hier präsentieren zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://reneandritsch.com/buch-heute-das-andere-buchgespraech">Buch heute – das andere Buchgespräch</a> erschien zuerst auf <a href="https://reneandritsch.com">René Andritsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Uta Schneider ist Lehrende, Künstlerin, Gestalterin und Kuratorin. Sie war elf Jahre lang in der Geschäftsführung der Stiftung Buchkunst in Deutschland. Diesen Juli trafen wir einander zu einem Online-Interview, um das Thema Buch eingehender zu beleuchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das von mir geführte Interview wurde in Ausgabe 4/2020 der Graphischen Revue abgedruckt. Ich freue mich, es Ihnen auch hier präsentieren zu können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2048" height="1415" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/uta.jpg" alt="Uta Schneider" class="wp-image-1697" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/uta.jpg 2048w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/uta-300x207.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/uta-768x531.jpg 768w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/uta-1536x1061.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Sie beschäftigen sich seit Ihrer Ausbildung an der HfG Offenbach am Main mit dem Thema Buchgestaltung. Wann und wie ist diese Liebe zum Buch entstanden?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uta Schneider: Schon vor dem Studium hat mich Sprache interessiert. Ein Studium der Germanistik kam für mich jedoch nicht infrage. Die Faszination für das »Wort« ließ sich im Studium der visuellen Kommunikation im Medium Buch mit dem Bildermachen und der typografischen Gestaltung verbinden. Dass ich Bücher machen wollen würde, war mir zu Beginn des Studiums nicht klar. Am Ende des Studiums umso entschiedener.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht spielte auch die lange Tradition für Buch und Typografie im Rhein-Main-Gebiet (viele Schriftgießereien waren hier ansässig) und die Tradition der HfG mit ihrem intellektuellen aber auch Werkstattbezug eine Rolle fürs Buchthema. Die Leiter der Satzwerkstatt und der Buchbindewerkstatt hatten immer ein offenes Ohr für Fragen rund um das Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wenn man von Büchern spricht, hat man ein gewisses Bild im Kopf. Welche Arten von Büchern gibt es, an die man vorrangig nicht denkt?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Na ja, erst einmal die gängigen Alltagsbücher, die einen jahrelang  begleiten: die Schulbücher. In der Regel erinnert man sich an den Stoff und nicht an die Gestaltung. Obwohl diese einen immensen Einfluss auf die Lernqualität haben kann. Unübersichtliches Layout, vollgestopfte Seiten – das ist eher schwer zugänglich. So werden die Inhalte der Schulbücher selten mit den Profis der typografischen Gestaltung zusammen erarbeitet, sondern meist von Fachleuten aus der Pädagogik und des jeweiligen Lehrfachs. Ich meine, alle Schulbücher müssten von den besten Buchgestalter und Buchgestalterinnen eines Landes umgesetzt werden: Hier wird doch so viel Wissen zur Lesequalität von Texten und Navigation durch komplexe Inhalte benötigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungewöhnliche Bücher? Als es noch Telefonbücher gab – das waren in gewisser Weise auch Bücher, Nachschlagewerke des Alltags eben. Für diese Kategorie wurden eigens Schriften entworfen, die besonders in kleinen Schriftgraden sehr gut lesbar waren, wie die Bell zum Beispiel. Und dann gibt es auch experimentelle, besondere Bücher, die in ihrer Form ungewohnter sind und die typische Kodexform verlassen, aber im weitesten Sinn auch noch ein Buch sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Das Zitat »Print is dead.« taucht in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. Is it? Viele Menschen lesen Bücher auf sogenannten E-Readern. Das ermöglicht das Mitsichführen ganzer Bibliotheken. Welchen Stellenwert haben gedruckte Bücher in einer heute stärker digitalisierten Welt?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Klares Nein zur ersten Frage. Die Auflagenhöhen verändern sich in der Buchproduktion, aber ich glaube nicht, dass langfristig der Bedarf an Druckerzeugnissen generell verschwinden wird. Ich gehe davon aus, dass noch viel entschiedener zwischen Print und Digital unterschieden werden muss und der Frage, welche Inhalte sollen digital und welche analog veröffentlicht werden – und warum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur zweiten Frage: Das gedruckte Buch ist ein Objekt mit eigenständiger Ausstrahlung, Anmutung, Wirkung. Dadurch wird es unterscheidbar von anderen Büchern. Am Monitor oder der E-Reader-Oberfläche sehen alle Bücher mehr oder weniger gleich aus. Deshalb ist Buchgestaltung für Print in den letzten zwei Jahrzehnten wieder stärker zur Produktgestaltung geworden, zur Formgebung, bei der die »Message« des Materials mit einbezogen wird. Weiterer Unterschied: Das gedruckte Buch kann unabhängig von elektronischer Infrastruktur genutzt werden. Der Zugang ist einfacher. Es ist in gewisser Weise autonom.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1550" height="496" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/book1-3.jpg" alt="Fotos aus dem Akademischen Lehrgang Buchgestaltung an der NDU St. PÃ¶lten. Links: Andrea Hesse, mitte: Anna Krumpholz, rechts: Stephanie Rappl © Flora Szurcsik" class="wp-image-1702" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/book1-3.jpg 1550w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/book1-3-300x96.jpg 300w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/book1-3-768x246.jpg 768w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/book1-3-1536x492.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1550px) 100vw, 1550px" /></figure>



<p class="is-style-custom_kk4rjqzks is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph">Fotos aus dem Akademischen Lehrgang Buchgestaltung an der NDU St. Pölten. Links: Andrea Hesse, mitte: Anna Krumpholz, rechts: Stephanie Rappl © Flora Szurcsik</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Welche Voraussetzungen müssen herrschen, um eine erfolgreiche Buchproduktion abwickeln zu können und dafür, dass Sie ein Buch als gelungen bewerten?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gelungen ist ein Buch für mich, wenn alle verwendeten Mittel, die das Buch ausmachen (Struktur, Form, Material, Typografie), den jeweiligen Inhalt transportieren. Wenn ein Buch von innen heraus entwickelt wurde, um einen Inhalt zu erschließen oder zu interpretieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Kommunikation zwischen allen Beteiligten auf Augenhöhe geführt wird, können alle ihre Professionalität im eigenen Tätigkeitsbereich einsetzen. Werden alle Parteien von Beginn an einbezogen – beginnend beim Lektorat über die Gestaltung bis hin zur Druckerei und Buchbinderei –, trägt das sicher zu einem zufriedenstellenden Ergebnis bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie wichtig sind Bücher für jüngere Generationen und speziell für Kinder?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder können von den erweiterten Räumen profitieren, die bei der Lektüre von Bilderbüchern erzeugt werden können und zum Träumen, Nachdenken oder Entdecken einladen. Das gilt ja auch für uns Erwachsene, wenn wir ein literarisches Werk lesen. Alles, was die Fantasie anregt, kann doch nur von Vorteil sein. Egal in welchem Alter, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Welche Vorteile hat die technische Entwicklung der Druckindustrie Ihrer Meinung nach für die Produktion von Büchern mit sich gebracht? Gibt es auch Nachteile?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahrzehnten verändert sich die Satz- und Drucktechnik permanent. Heute können viel leichter kleinere Auflagen in guter Qualität produziert werden, als noch vor 20 Jahren (das kommt auch Verlagen bei immer kleiner werdenden Auflagenhöhen entgegen). Allerdings ist es schwieriger geworden, die passenden Partnerdruckereien zu finden. Jeder Betrieb hat anderes Equipment und spezialisiert sich zunehmend. Das Angebot ist also enorm erweitert – aber auch unübersichtlicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Neben Ihrer Lehrtätigkeit an Hochschulen (u. a. NDU St. Pölten) bieten Sie auch Fortbildung in Seminaren und Jahreskursen an. Erzählen Sie uns bitte, was Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort lernen können.</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den gestalterischen Kursen vermittle ich die angewandte Form des Büchermachens (wie oben beschrieben: Typografie, Satz, Layout, Konzeption, Bildsprache, Produktion). In den Künstlerbuchkursen geht es mehr um den künstlerischen Prozess am Medium Buch, nicht in erster Linie um die technische Umsetzung. Hier liegt mein Schwerpunkt bei künstlerischen Fragestellungen. Aber wie auch in den angewandten Kursen kreisen die Themen immer darum, wie die adäquate Form für einen bestimmten Inhalt aussehen könnte. »Formulieren« Form finden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="556" height="409" src="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/boundless.jpg" alt="10-seitiger Folder »Boundless«" class="wp-image-1705" srcset="https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/boundless.jpg 556w, https://reneandritsch.com/wp-content/uploads/2023/05/boundless-300x221.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 556px) 100vw, 556px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center is-style-custom_i6pb899ye wp-block-paragraph"><em>boundless, © Foto usus</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Buchgestaltung und des Buchs?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft der Buchgestaltung wünsche ich mir ein wachsendes Bewusstsein für das eigenständige, unabhängige Medium. Weiters aufgeschlossene Verleger und Verlegerinnen und für die Zukunft des Buchs wünsche ich mir neugierige Leserinnen und Leser.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Vielen Dank für das Gespräch!</em></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://reneandritsch.com/buch-heute-das-andere-buchgespraech">Buch heute – das andere Buchgespräch</a> erschien zuerst auf <a href="https://reneandritsch.com">René Andritsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://reneandritsch.com/buch-heute-das-andere-buchgespraech/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
